Laura Fasanaro

Photo: Laura FasanaroDr. Laura Fasanaro
(Universitá Roma Tre, Rom)

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Europäische Politik und der Nexus Energie-Umwelt-Landwirtschaft während des Kalten Krieges und darüber hinaus – deutsche und italienische Perspektiven, 1970er – 1990er Jahre

Das Forschungsprojekt von Laura Fasanaro ist in die folgenden politischen Entwicklungen eingebettet: (1) die steigende öffentliche Wahrnehmung energiepolitischer Auswirkungen auf die Umwelt und der Verknüpfung von Agrarpolitik und Umweltverschmutzung in Debatten auf europäischer Ebene während des letzten "langen" Jahrzehnts des Kalten Krieges; (2) das zunehmende Interesse der Vereinten Nationen an den globalen Auswirkungen einer natürliche Ressourcen ausbeutenden Politik, womit ein notwendiger Impuls für das Konzept der "nachhaltigen Entwicklung" in den internationalen Beziehungen verbunden war – ein Prozess, der von den europäischen Regierungen und Institutionen erwartet und unterstützt wurde; (3) eine gesteigerte Aufnahmebereitschaft der Bereiche Energie-, Umwelt- und Landwirtschaftspolitik in das Sicherheitskonzept der EU nach dem Ende des Kalten Krieges.

In ihrem Forschungsprojekt untersucht Fasarano die Ursprünge der politischen Verknüpfung von Energie-, Umwelt- und Agrarpolitik in Europa aus deutscher und italienischer Perspektive. Im Vordergrund stehen dabei Institutionen, die auf theoretischer Ebene gearbeitet oder konkrete Initiativen realisiert haben: Regierungen, politischen Parteien und Bewegungen, Forschungs- und Technologieinstitute, die wissenschaftliche Gemeinschaft und Geschäftswelt. Darüber hinaus erforscht Fasanaro die bilaterale Zusammenarbeit in diesen drei Politikfeldern und deren Auswirkungen auf die EG/EU, die UNO und die Atlantische Allianz. Zwar erlangten Fragen der Nachhaltigkeit während der Spätphase des Kalten Krieges zunehmend an Bedeutung. Der Nexus von Energie-, Umwelt- und Landwirtschaftspolitik entwickelte sich jedoch auch unabhängig von der Spannungen der Ost-West- Konfrontation, weshalb er nach Ende des Kalten Krieges, so Fasanaros These, in einem neuem politischen Konzept aufgehen konnte – dem Konzept der Sicherheit.

Dr. Laura Fasanaro ist Senior Researcher am Institut für Politikwissenschaften an der Università Roma Tre in Italien. Sie forscht und lehrt zur Geschichte der internationalen Beziehungen und der europäischen Integration. Schwerpunkte bilden die Zeit des Kalten Krieges und die Geschichte der europäischen Integration, insbesondere im Hinblick auf die italienisch-deutschen Beziehungen, die Energiediplomatie und den Eurokommunismus.

Vor kurzem erschien ihr Buch über die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der DDR und Italien in den 1970er und 1980er Jahren, La DDR e l'Italia. Politica, Commercio e ideologia nell'Europa del cambiamento (1973-1985) (Rom: Carocci, 2016).  Zudem ist sie die Autorin von Energia contesa, energia condivisa. La Francia, il problema tedesco e la questione carbonifera nei due dopoguerra (Florenz: Polistampa, 2008), und einigen Essays über die Geschichte des Kalten Krieges, wie z.B.: "Continuity and Transformation. Alternate Visions of Italy's Three Decades of Détente," in The Long Détente: Changing Concepts of Security and Cooperation in Europe, 1950s-1980s (Budapest: Central European University Press, 2017), herausgegeben von Oliver Bange und Poul Villaume; und "The Eurocommunism Years: Italy's Political Puzzle and the Limits of the Atlantic Alliance", in Atlantic, Euratlantic or Europe-America? (Paris: Soleb, 2011), das von Giles Scott-Smith und Valérie Aubourg herausgegeben wurde.

Im Herbst 2017 ist Laura Fasanaro Gastwissenschaftlerin am Berliner Kolleg Kalter Krieg.